Interview mit Heike Horstmann

Bereits von 2005 bis 2008 warst du als Co-Trainerin bei der Deutschen Nationalmannschaft tätig und konntest mit diesem Team bei der Europameisterschaft 2006 in Schweden den 4. Platz und bei der Weltmeisterschaft 2007 in Frankreich den 3. Platz erreichen. Zudem stellte die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking das Highlight deiner Karriere dar.
Nun hast du erneut die Co-Trainer Funktion inne.

Manfred Manske:
Wie ist es dazu gekommen bzw. was hat dich bewogen als Co-Trainerin wieder tätig zu sein?

Heike Horstmann:
Henk Groener ist im November auf mich zugekommen und hat mir dieses Angebot unterbreitet. Ich musste nicht wirklich lange überlegen, obwohl ich mich vorher mit dem Thema nicht beschäftigt hatte. Es war nicht mein Ziel, wieder beim DHB einzusteigen.
Aber der Aufbau einer jungen Mannschaft, die das Ziel Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio hat, ist natürlich wahnsinnig spannend und interessant.

Manfred Manske:
Ein reibungsloser und vertrauensvoller Ablauf innerhalb des Trainerteams ist unabdingbar,
wobei Teamwork nicht nur hier, sondern auch im Team um die Mannschaft herum gefragt ist.

Welche Aufgabenstellung wirst du übernehmen bzw. welche Rollenverteilung wird vorgenommen?

Heike Horstmann:
Die klassische Rolle der Co-Trainerfunktion - man wird in allen Entscheidungen eingebunden. In die Trainingsplanung, Kaderzusammenstellung, Spielbeobachtungen, Videoanalyse und Vorbereitung auf Länderspiele oder Turniere. Wir saßen bereits im Team zusammen, d. h. Henk, Debbie und ich. Debbie wird zukünftig für die Weiterentwicklung der Torwarte zuständig sein. In diesem ersten Zusammenkommen haben wir schon gemerkt, das passt!

Manfred Manske:
Welche Arbeitsintensität kommt dabei auf dich zu?

Heike Horstmann:
Es ist nicht vergleichbar mit einer Trainertätigkeit in einem Verein. Dort ist man jeden Abend und an jedem Wochenende unterwegs. Die Nationalmannschaft kommt für ca. 70 Tage im Jahr zusammen. Das kann man gut planen.

Bereits im März findet die Qualifikation zur EHF EURO 2018 mit den beiden Spielen gegen Spanien statt (Heimspiel am 21./22., Auswärtsspiel am 23./24. März).

Manfred Manske:
Wie sieht die Vorbereitung auf diese Spiele aus bzw. wann und wie viele Lehrgänge sind vorgesehen?

Heike Horstmann:
Uns bleibt sehr wenig Zeit für die gemeinsame Vorbereitung. Zwei kurze Lehrgänge im Februar, bevor wir uns im März gemeinsam auf die Reise nach Spanien machen. Nicht optimal, aber dennoch nicht zu ändern. Wir werden versuchen, das Beste aus den verbliebenen Spielerinnen rauszuholen. Immerhin haben acht Nationalspielerinnen ihre Karriere nach der WM 2017 beendet. Es sind: Huber, Woltering, Wohlbold, Klein, Gubernatis, Manson, Kramarczyk und Karolius.

Herzlichen Dank für das Interview.

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Interview
mit Niels Bötel

Bevor Niels Bötel das Traineramt beim Bundesligisten der Frauen VfL Oldenburg zur Saison 2017/18 übernahm, war er Spieler in den Vereinen
Büdelsdorfer TSV, SG Flensburg-Handewitt, HSG Varel, TV Cloppenburg  und als Trainer beim VfL Edewecht.

Manfred Manske:
Nach deiner Trainerstation beim VfL Edewecht hast du die Frauen vom Bundesligisten vom VfL Oldenburg übernommen. Zweifelsfrei ein enormer Aufstieg.
Wie ist dir die Umstellung von Männer- auf das Frauentraining gelungen?

Niels Bötel:
Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Grundsätzlich gibt es natürlich große Unterschiede im Vergleich zum Männerhandball aber das wird im Allgemeinen immer wieder negativ ausgelegt. Dazu kann ich nur sagen, dass ich es im Gegensatz dazu viel positiver sehe, weil der Frauenhandball von deutlich mehr Taktik geprägt werden kann als bei den Männern. Im Frauenhandball gibt es eher selten Spielerinnen, die bei 10 Meter hochsteigen und wie ein Jicha oder Nagy aufs Tor werfen. Dies sehe ich als Trainer sehr gerne, da sich somit viel mehr auf das eigentlich Handballspielen konzentriert wird und Kooperationen im Mittelpunkt stehen. Natürlich gibt es auch in der Trainingsarbeit vor allem im athletischen Training einen Unterschied. Dies wird durch unseren Athletiktrainer Sebastian Förster sehr gut gesteuert.

Manfred Manske:
Auffällig in den bisherigen Spielen ist, dass du, bis auf wenige Ausnahmen, in deinem Kader mit sehr jungen Spielerinnen arbeitest.
Ist das dein Zukunftsrezept und was spricht dafür?

Niels Bötel:
Wir beim VfL Oldenburg haben nicht nur auf der Trainerbank, sondern auch im Spielerkader einen Umbruch zu diesem Jahr bekommen. Dabei haben wir uns auch die Verjüngung und vor allem die Zusammenarbeit der Jugend mit dem Senioren Bereich auf die Fahnen geschrieben. Mit Jane, Ann-Kristin und Lisa haben es zu dieser Saison drei neue aus dem eigenen Verein in den Bundesligakader geschafft. In der täglichen Trainingsarbeit sind auch immer wieder Spielerinnen aus der 2. Mannschaft oder A-Jugend im Bundesligatraining dabei.

Es ist nicht mein Zukunftskonzept, sondern dass des Vereins. Natürlich auch gezwungener Maße musste dieser Umbruch des Kaders ja vollzogen werden. Das Ziel eines Vereines wie dem VfL Oldenburg mit einer sehr guten Jugendarbeit, sollte immer sein auch eigene Spieler in die Bundesliga zu bringen. Nun wird es umso wichtiger die jungen Spielerinnen auf die Bundesliga vorzubereiten. Es sollte für jede junge Sportlerin beim VfL der Traum vorhanden sein, einmal als Spieler in die EWE-Arena einzulaufen und Spiele zu gestalten. Und dass genau dies kein Traum bleiben muss, wollen wir auch mit den eigenen Spielern wie diese Saison mit Jane, Ann-Kristin und Lisa zeigen.

Jedem sollte aber auch bewusst sein, dass Bundesliga –Handball ohne externe Spielerinnen nicht möglich ist.

Manfred Manske:
An den Reaktionen der Zuschauer ist in den letzten Begegnungen an der vor allem schnellen Spielweise deiner Mannschaft eine Begeisterung zu spüren.
Hast du damit gerechnet, dass der Impuls deiner im Training vermittelten Ideen und Vorstellungen an die Mannschaft so schnell übergesprungen ist und sich letztlich in dem Bewusstsein der Zuschauer widerspiegelt?

Niels Bötel:
Die allgemein schnelle Spielweise ist nicht erst durch uns in Oldenburg bekannt. Spricht man über den VfL Oldenburg, spricht man automatisch auch über den schnellen Handball der gespielt wird. Darauf konnten wir gut aufbauen und einige Sachen auf unsere Taktik ummünzen. Manchmal muss ich die Mädels noch bremsen, weil wir nicht mehr so viele Wechselmöglichkeiten haben, um diesen Spielstil über 60 Minuten zu halten. Im Ganzen sind wir mit dem schnellen sehr zufrieden und das spüren natürlich auch die Zuschauer.

Manfred Manske:
Welcher Tabellenplatz ist deiner Meinung nach am Ende der Saison noch möglich?

Niels Bötel:
Die ersten 3 Mannschaften stehen für mich mit Metzingen, Bietigheim, Thüringen fest. Sollte alles normal laufen werden sich Buxtehude, Dortmund und Leverkusen um Platz 4 streiten. Allerdings traue ich es uns zu, wenn wir alle fit bleiben und alles optimal läuft, werden wir um Platz 5 spielen können. Jetzt hat sich natürlich diesbezüglich mit Isa schon eine sehr wichtige Spielerin verletzt und deswegen wäre ich super zufrieden, wenn wir mit einem positiven Punktekonto die Hinrunde abschließen. Was nun am Ende der Saison herauskommt ist schwer zu sagen. Es wird so einige Mannschaften geben, die sich um Platz 4 oder 5 bis 9 oder 10 tummeln. Daher kann es am Ende der Saison bei einem Unterschied von 4 Punkten, vielleicht sogar um Platz 5 bis 10 gehen.

Manfred Manske:
Zum Abschluss dieses Interviews noch zwei spezielle Fragen:
Mittlerweile herumgesprochen hat sich, dass es durchaus –wenn auch nur kleine- nicht nur in anatomischer Hinsicht, Unterschiede zwischen einem optimalen Trainingsansatz von Mann und Frau gibt. Vor allem in Teamsportarten bringen Frauen ein sechsfaches höheres Knieverletzungsrisiko (vorderer Kreuzbandriss) mit als bei Männern.

Hast du bezüglich des Verletzungsrisikos spezielle Änderungen in den Trainingsinhalten vorgenommen?
Wenn ja, welche?

Niels Bötel:
Ja da hast du recht. Dies haben wir im Trainerteam auch thematisiert und vor allem mit unserem Spezialisten im Bereich Athletik und in Zusammenarbeit mit der Physiotherapeutischen Abteilung einige Änderungen erzielt.
Ich selber bin da ein vorsichtiger Trainer und lasse die Sportler lieber eine Woche zu viel als eine zu wenig pausieren. Schon in der Vorbereitung wurden die Mädels für bestimmte Übungen sensibilisiert und eine bestimmte Aktivierung vor jedem Training ist Pflicht. Dabei unterscheidet es sich auch von Spielerin zu Spielerin.
Manfred Manske:
Um leistungsfähig zu bleiben, müssen Spitzensportler auch immer Ernährungsexperten sein.
Sie wissen, dass sie mit der Ernährung die Voraussetzungen schaffen, damit ihr Körper auf dem höchsten Level funktionieren kann um auch Verletzungen und Krankheiten vorzubeugen.
Spielt die Ernährung bei deinen Spielerinnen auch eine entscheidende Rolle?
Gibt es vielleicht auch von dir in dieser Hinsicht Vorgaben an die Spielerinnen?

Niels Bötel:
Wie auch Krafttraining als Prävention und die Regeneration (z.B. Schlaf) ist die Ernährung ein wichtiger Bestandteil der Training-Vor- und Nachbereitung bzw. Spiel-Vor- und Nachbereitung.
Dies hält sich bei uns allerdings in einem gewissen Rahmen, weil wir noch keine Vollprofis beschäftigen.
Auch in Bezug auf die Ernährung haben wir in der Vorbereitung klargemacht was für den Körper extrem wichtig ist und was man sich auch mal gönnen darf um Leistung zu bringen.

Herzlichen Dank für dieses Interview.

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Handball-Nationalkeeperin Madita Kohorst und Johannes Bitter übernehmen Schirmherrschaft
beim Jugendsport-Förderpreis der Öffentlichen Versicherung in 2018 für die Sportart Handball

Handballvereine können sich bei Vorliegen hervorragender Nachwuchsarbeit bewerben (siehe unten)

Bild von links: Johannes Bitter, Jürgen Mülleder und Madita Kohorst

In diesem Jahr steht beim Förderpreis für hervorragende Nachwuchsarbeit im Jugendsport der Öffentlichen Oldenburg der Handball im Mittelpunkt. Als Schirmherren fungieren Nationaltorhüterin Madita Kohorst vom VfL Oldenburg und der Friesländer Johannes Bitter (TVB Stuttgart). Bewerben können sich alle Vereine aus dem Geschäftsgebiet der Öffentlichen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Jürgen Mülleder, Vorstandsmitglied der Öffentlichen Oldenburg, das Projekt im Beisein der beiden Handball-Nationalmannschaftskeeper Madita Kohorst und Johannes Bitter vor. Nach Mädchenfußball 2015, Leichtathletik 2016 und Turnen 2017 (Sieger TuS Glarum) steht bei der vierten Auflage der Jugend-Handball im Mittelpunkt. Bewerben können sich alle Vereine mit Handballmannschaften bis zur B-Jugend. Es dürfen sich auch mehrere Mannschaften eines Vereins bewerben. Ausgezeichnet werden die drei Vereine mit der besten Nachwuchsarbeit. Sie erhalten Geldprämien zum weiteren Ausbau ihrer Nachwuchsarbeit. Zusätzlich werden die zehn kreativsten Bewerbungen mit Sachpreisen prämiert. Schließlich erhält die beste ehrenamtliche Trainerin oder der beste Trainer einen Überraschungspreis. Zur Jury gehören sowohl Madita Kohorst als auch Johannes Bitter. „Es ist eine tolle Sache zur Förderung des Handballsports im Oldenburger Land, wo ja auch ich das Handballspielen gelernt habe“, so Johannes Bitter. In verschiedenen Jugendmannschaften der HSG Neuenburg/Bockhorn begann Bitter seine Handballkarriere. Über die damalige SG VTB/Altjührden (2. Liga) und dem Erstligisten Wilhelmshavener HV wurde er ein Stammspieler der ersten Bundesliga. Nach dem SC Magdeburg und dem Hamburger SV schloss er sich zuletzt dem TVB Stuttgart an. „Es wird von Jahr zu Jahr schöner“, umschreibt der 35jährige seine Verbindung zum Handballsport. „Es macht immer noch Spaß. Es ist wie eine verlängerte Jugend“, fügte er hinzu. Madita Kohorst, die zur nächsten Saison vom Erstligisten VfL Oldenburg zum TuS Metzingen wechselt, sieht in dem Förderpreis die Chance für Jugendmannschaften, eine Anerkennung nicht nur für gute sportliche Leistungen der letzten zwei Jahre zu erhalten, sondern auch für andere Faktoren wie Teamgeist, Aktivitäten außerhalb der Halle oder im Ehrenamt (Schiedsrichter, Betreuer).

Alle Handballvereine werden in Kürze von der Öffentlichen Versicherung Oldenburg über den Jugendsport-Förderpreis informiert. Der Bewerbungsbogen kann heruntergeladen oder online ausgefüllt werden unter www.oeffentlicheoldenburg.de/nachwuchsfoerderpreis. Eingereicht werden können die Beiträge bis zum 30. April 2018

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Grundkurs Kinderhandball in Wilhelmshaven vom 16.03.2018 bis 18.03.2018

Einladung (PDF-Download)

Lehrgangsplan (PDF-Download)